Strategieentwicklung zur digitalen Transformation der Kreisverwaltung Havelland bis 2030

Projektleitung
Prof. Dr.-Ing. André Nitze

Projektbeschreibung
Im Jahr 2025 begleitete die Technische Hochschule Brandenburg den Landkreis Havelland bei der Entwicklung einer umfassenden Agenda zur digitalen Transformation der Kreisverwaltung bis 2030. Ziel des Vorhabens war es, eine strategische und zugleich umsetzungsorientierte Grundlage für die langfristige Digitalisierung der Verwaltung zu schaffen und diese als ganzheitlichen organisatorischen, kulturellen und technologischen Transformationsprozess auszurichten.­­

Die Agenda wurde als verbindlicher Orientierungsrahmen für alle zukünftigen Digitalisierungs- und Organisationsvorhaben der Kreisverwaltung konzipiert. Sie definiert eine gemeinsame Vision, klare Leitprinzipien, priorisierte Handlungsfelder sowie konkrete Maßnahmen in zeitlich gestaffelten Umsetzungsphasen. Ergänzt wird sie durch ein Governance- und Steuerungsmodell, das Zuständigkeiten, Priorisierung, Controlling und kontinuierliche Weiterentwicklung systematisch verankert.

Der Beitrag der Technischen Hochschule Brandenburg lag in der wissenschaftlich-methodischen Begleitung des gesamten Strategieprozesses. Auf Grundlage aktueller Forschung zur digitalen Transformation öffentlicher Organisationen unterstützte die Hochschule die strukturierte Entwicklung der Agenda, stellte methodische Instrumente bereit und begleitete zentrale Entscheidungs- und Abstimmungsprozesse. Ziel war es, empirische Erkenntnisse, bewährte Praxisansätze und wissenschaftliche Methoden so zu verbinden, dass eine belastbare, realistische und anschlussfähige Strategie entsteht.

Kern des Ansatzes war ein breit angelegter Beteiligungs- und Analyseprozess. Dieser kombinierte quantitative und qualitative Methoden und umfasste unter anderem eine verwaltungsweite Mitarbeiterbefragung, moderierte Workshops mit Beschäftigten aus unterschiedlichen Organisationseinheiten sowie vertiefende Interviews mit internen und externen Akteuren. Durch diese methodische Triangulation konnte ein differenziertes Bild des digitalen Reifegrades, bestehender Stärken, struktureller Hemmnisse und zentraler Entwicklungsbedarfe gewonnen werden.

Die Ergebnisse dieser Analysen bildeten die evidenzbasierte Grundlage für die strategische Ausrichtung der Agenda. Sie flossen systematisch in die Definition der Leitprinzipien, die Auswahl der Handlungsfelder sowie in die Priorisierung von Maßnahmen ein. Besonderer Wert wurde darauf gelegt, Digitalisierung nicht als rein technisches Vorhaben zu betrachten, sondern Prozesse, Organisation, Kompetenzen, Führung und Kultur gleichwertig zu berücksichtigen.

Ein wesentliches Ergebnis des Projekts ist die Etablierung eines integrierten Steuerungs- und Umsetzungsmodells. Die Agenda verankert Digitalisierung als dauerhafte Managementaufgabe und ersetzt fragmentierte Einzelinitiativen durch ein kohärentes, transparentes und steuerbares Vorgehen. Kurzfristige Quick-Wins sorgen für sichtbare Entlastung im Arbeitsalltag, während mittel- und langfristige Maßnahmen strukturelle Veränderungen und nachhaltige Wirkung ermöglichen.

Das Projekt zeigt exemplarisch, wie wissenschaftlich fundierte Methoden zur strategischen Steuerung komplexer Transformationsprozesse in der öffentlichen Verwaltung beitragen können. Die Kooperation zwischen Verwaltung und Hochschule verdeutlicht den Mehrwert einer evidenzbasierten, partizipativen Strategieentwicklung und schafft eine belastbare Referenz für zukünftige Vorhaben im Bereich Verwaltungsmodernisierung, Digitalisierung und Organisationsentwicklung.