Neue Professorin Dr. Olga Levina will Informationstechnologien menschlicher machen

„Ich habe einfach Spaß an der Forschung“, sagt Prof. Dr. Olga Levina, die im März ihre Professur an der Technischen Hochschule Brandenburg (THB) antrat. Insbesondere interessieren sie die ethischen Fragen im Zusammenhang mit der Digitalen Transformation. Diese stellt auch einen von drei Forschungsschwerpunkten an der THB dar, weshalb sich Olga Levina mit ihrem Profil gut in den Fachbereich Wirtschaft einfügt.

„Im Fachbereich Wirtschaft und im Forschungsschwerpunkt ‚Digitale Transformation‘ haben wir in den letzten Jahren unsere Leistungsfähigkeit bei Forschungs- und Transferprojekten unter Beweis gestellt. Mit Prof. Levina verbessern wir uns in diesem Feld noch weiter und können uns nun auch stärker international ausrichten“, freut sich der Dekan des Fachbereichs Prof. Dr. Jochen Scheeg. Olga Levina bestätigt: „Die Ausschreibung der Professorenstelle hat sehr gut zu meinem eigenen Forschungs- und Lehrschwerpunkt gepasst.“ Neben der Ethik der Digitalisierung befasst sie sich mit dem Design von Informationssystemen, digitalen Plattformen und sozialer Netzwerkanalyse sowie Forschungsmethoden der Wirtschaftsinformatik. „Zudem habe ich den Eindruck, dass ich an der THB viele Möglichkeiten der Gestaltung in der Lehre habe und mich als Wissenschaftlerin hier gut entfalten kann“, begründet sie ihren Wechsel von Berlin nach Brandenburg (Havel). In Berlin hatte sie ebenfalls eine Professur für Wirtschaftsinformatik inne.

Olga Levina hat Wirtschaftsingenieurwesen mit der technischen Vertiefungsrichtung Informations- und Kommunikationssysteme studiert und in Berlin promoviert. Zudem kann sie ein Studium an der Libera Universita Internationale degli Studi Sociali in Rom vorweisen und absolvierte ein Praktikum für Quantenphysik an der renommierten Harvard University im amerikanischen Cambridge. Sie hat selbst zahlreiche Publikationen in internationalen Fachzeitschriften verfasst sowie auf wissenschaftlichen Konferenzen präsentiert und begutachtet. Außerdem bringt sie Erfahrungen als Projektmanagerin sowie als Dozentin an die THB mit.

In Brandenburg (Havel) hofft sie, noch mehr internationale Forschungsprojekte anzustoßen, die Lehre zu erweitern und ihre eigenen Untersuchungen verstärkt an das Thema der Wirkungen der IT auf die Gesellschaft zu knüpfen. „Technologien sollten nicht einfach für sich gestaltet werden und ohne auf die Bedürfnisse der Menschen zu achten“, findet die Wissenschaftlerin. Hier seien noch viele Fragen zu klären. Denn Technik sei nur gesellschaftlich nachhaltig, wenn dabei auch die Sichten und Anforderungen aus der Gesellschaft berücksichtigt werden. „Die Bedienung einer Software für den Fahrkartenkauf muss möglichst barrierefrei und für alle auch leicht verständlich sein“, führt sie ein Beispiel an. Hier will sie ein besseres Problembewusstsein in der Öffentlichkeit schaffen. Auch Unternehmen sowie Entwicklerinnen und Entwickler möchte sie sensibilisieren. Diese Themen ziehen sich als roter Faden auch durch ihre Lehrveranstaltungen hindurch.

Besonderes Augenmerk legt Olga Levina dabei auf das Maschinelle Lernen, also auf Lernprozesse von Geräten mit Künstlicher Intelligenz. „Es gibt bereits eine Checkliste von der Europäischen Union, mit der Verantwortliche prüfen können, ob solch eine Software sozial verträglich ist“, erklärt die Wissenschaftlerin. „Doch zum einen weiß kaum einer in der Unternehmenswelt von dieser Checkliste. Zum anderen ist ihr Nutzen erst mittelfristig sichtbar. Die Unternehmen sind also kaum motiviert, die Checkliste tatsächlich anzuwenden.“ Doch Informationstechnologie sei nicht mehr oder weniger als ein Anwendungs-Werkzeug und müsse den Menschen in jeder Hinsicht dienlich sein.

Technische Hochschule Brandenburg

Die 1992 gegründete Technische Hochschule Brandenburg ist eine moderne Campushochschule mit Sitz in Brandenburg an der Havel. Das Lehrangebot der Hochschule erstreckt sich über die Fachbereiche Informatik und Medien, Technik sowie Wirtschaft – zunehmend auch in berufsbegleitenden und dualen Formaten. Die THB fördert besonders die Möglichkeit eines Studiums ohne Abitur. Die rund 2.700 Studierenden werden von 67 Professorinnen und Professoren betreut. Alle Studiengänge führen zu einem Bachelor- oder Master-Abschluss. Mehr Informationen unter www.th-brandenburg.de

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