Für eine nachhaltige Transferförderung von der Forschung bis zur Innovation

Positionspapier zu Transferförderprogrammen der Hochschulallianz für den Mittelstand.

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THB-Präsident Prof. Dr. Andreas Wilms ist Vorstandsmitglied in der Hochschulallianz für den Mittelstand. Foto: HAfM © Christian Hahn

Deutschland hat exzellente Forschungskapazitäten, aber ein fragmentiertes Fördersystem, das Innovationen eher ausbremst, statt sie zu beschleunigen. Dieses strukturelle Problem offenbart die Evaluation von 88 Förderprogrammen zur Stärkung von Transfer und Innovation durch die Hochschulallianz für den Mittelstand (HAfM). Nach der Präsentation erster Ergebnisse auf der 10. Berliner Transferkonferenz, veröffentlichen die 16 Mitglieder nun in ihrem umfassenden Positionspapier Forderungen und Handlungsempfehlungen für eine nachhaltige Transferförderung von der Forschung bis zur Innovation.

„Unsere Analyse der bestehenden Förderstrukturen zeigt: Ohne strategische Ausrichtung und Marktperspektive verpufft das Innovationspotenzial. Der dringende Reformbedarf liegt bei klaren Programmlinien und einer Marktorientierung“, so Prof. Dr.-Ing. Kira Kastell, HAfM-Vorsitzende und Präsidentin der Hochschule Hamm-Lippstadt. Die Zeit für Reformen sei jetzt – bevor weitere Innovationspotenziale im Förderdschungel verloren gingen.

Insgesamt hat die Hochschulallianz für den Mittelstand vier zentrale Forderungen in ihrem Positionspapier formuliert:

  • Durchgängige Förderketten statt Projektinseln
  • Angemessene Rahmenbedingungen für HAW und KMU
  • Verwertungsorientierung als Querschnittsaufgabe
  • Flexibilität und Geschwindigkeit

Im Zuge der Studie wird besonders deutlich, dass eine konstantere Förderpolitik zwingend erforderlich ist. In der „Initiative Forschung & Anwendung“ der Bundesregierung werden mit den drei Säulen der ZIM/IGF-Programme, dem Transferbooster und der Deutschen Anwendungsforschungsgemeinschaft (DAFG) im Rahmen des Koalitionsvertrages die Grundlagen für die angestrebte Transferbeschleunigung gelegt. Zudem hat das BMFTR neben der HighTechAgenda Deutschland (HTAD) im Rahmen des Transferboosters die Transferinitiative F.A.S.T. entwickelt, deren Förderprinzipien sich unmittelbar am Innovationsgrad der Vorhaben orientieren. „Dieser Ansatz wird von der HAfM ausdrücklich begrüßt“, so Prof. Dr.-Ing. Peter Ritzenhoff, Geschäftsführer der HAfM. Dennoch brauche es HAW- und KMU-spezifische Rahmenbedingungen, eine Förderung von der Idee über die Anwendung bis zur Marktorientierung sowie kurze und schnelle Entscheidungswege. Die Deutschen Anwendungsforschungsgemeinschaft (DAFG) sowie deren Aufnahme in den Pakt für Forschung und Innovation könnten zur Sicherstellung der Nachhaltigkeit der Forschung an HAW beitragen. Konkrete Forderungen der HAWs zur Ausgestaltung und Etablierung der DAFG wurden bereits vom Bad Wiesseer Kreis formuliert. Entsprechend werden im Positionspapier konkrete Schritte für eine agile Förderpolitik formuliert:

  • Verschlankung und Priorisierung
  • Marktorientierung als Standard
  • Bürokratieabbau und Geschwindigkeit
  • Regionale Vernetzung stärken

„Insgesamt offenbart unsere Evaluation bestehender Transfer-Programme, dass Innovationsansätze eher ausbremst statt beschleunigt werden“, so Prof. Kastell. Eine Förderpolitik, die agil, durchgängig und nachhaltig ist sowie angemessen die bestehenden Rahmenbedingungen berücksichtigt, wäre eine wichtiger Schritt, um die Schwachstellen in der Umsetzung zu überwinden. Zur Lösung braucht es keine weiteren Einzelprogramme, sondern eine durchgängige Innovationspipeline, die:

  • HAW und KMU systematisch verknüpft,
  • Verwertung von Anfang an integriert,
  • Bürokratie abbaut und Geschwindigkeit belohnt,
  • regionale Innovationsökosysteme stärkt.

Nur so kann das Innovationspotential von Hochschulen für angewandte Wissenschaften gehoben, der innovative Mittelstand nachhaltig gestärkt und der Transfer von Forschungsergebnissen in marktfähige Produkte beschleunigt werden.

Das Positionspapier der HAfM online herunterladen.

Pressemitteilung der Hochschulallianz für den Mittelstand

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