Die Technische Hochschule Brandenburg (THB) hat eine neue Bedarfsanalyse aus dem europäischen Projekt CSRDatSME veröffentlicht. Die Analyse untersucht, wie befragte kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Brandenburg mit Nachhaltigkeitsdaten, ESG-Anfragen und freiwilliger Berichtsfähigkeit umgehen. ESG steht für Environmental, Social and Governance – also Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. Gemeint sind Anfragen zu Nachhaltigkeitsinformationen, etwa zu CO₂-Emissionen, Energieverbrauch, Lieferketten oder Unternehmensverantwortung.
Grundlage der Bedarfsanalyse ist eine Online-Befragung von 134 KMU mit Sitz in Brandenburg, ergänzt durch Gespräche mit regionalen Unterstützungsakteuren. Die Ergebnisse sind aufgrund der freiwilligen Teilnahme nicht repräsentativ für alle KMU in Brandenburg, zeigen aber wiederkehrende Herausforderungen und Unterstützungsbedarfe.
Ein zentrales Ergebnis: Nachhaltigkeit wird von vielen der befragten Unternehmen als relevant eingeschätzt, die praktische Umsetzung bleibt jedoch herausfordernd. 73,7 Prozent bewerten Nachhaltigkeit als wichtig oder sehr wichtig. Gleichzeitig geben 61,2 Prozent an, keine spezifischen Ressourcen für Nachhaltigkeit zu haben.
Formale Nachhaltigkeitsberichte sind unter den befragten Unternehmen bislang selten. Dennoch wurden 28,7 Prozent bereits aufgefordert, Nachhaltigkeitsdaten weiterzugeben. Solche Anfragen kommen bei den betroffenen Unternehmen besonders häufig von Großkunden bzw. Auftraggebern und beziehen sich unter anderem auf CO₂-Emissionen, Energieverbrauch und Lieferketteninformationen.
Das Projekt wird an der THB im Zentrum für Gründung und Transfer (ZGT) umgesetzt. Damit ist CSRDatSME Teil der Transferaktivitäten der Hochschule, die darauf zielen, wissenschaftliche Erkenntnisse und europäische Projektergebnisse für Unternehmen in Brandenburg nutzbar zu machen. Im Fokus steht die praxisnahe Unterstützung von KMU beim Aufbau von Wissen, Datenkompetenz und handhabbaren Prozessen rund um Nachhaltigkeitsdaten.
„Für viele KMU beginnt freiwillige Berichtsfähigkeit mit verlässlichen Daten, klaren Zuständigkeiten und wiederholbaren Prozessen“, sagt Susann Wagner, akademische Mitarbeiterin im ZGT und Projektleiterin für CSRDatSME. „Wer Nachhaltigkeitsdaten strukturiert erfassen und nutzen kann, wird auskunftsfähiger, robuster gegenüber externen Anforderungen und ist besser vorbereitet auf Transformation.“
Die Analyse zeigt damit auch einen Bezug zu Wettbewerbsfähigkeit, Resilienz und Robustheit: Nachhaltigkeitsdatenmanagement kann Unternehmen helfen, Anforderungen von Kunden, Auftraggebern, Banken oder Lieferkettenpartnern effizienter zu beantworten und interne Entscheidungen besser vorzubereiten.
Die vollständige Bedarfsanalyse steht hier zum Download bereit:
https://t1p.de/Bedarfsanalyse2026
Über CSRDatSME
Das Projekt CSRDatSME (Increased competitiveness of SMEs through valid sustainability reporting) unterstützt kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bei der Umsetzung der europäischen Nachhaltigkeitsberichterstattung. Es wird von einem internationalen Konsortium aus sechs Partnern getragen, koordiniert von der PXL University of Applied Sciences and Arts (Belgien). Partner sind Institutionen aus Albanien, Tschechien, Deutschland (THB), Slowenien und Griechenland. Das Vorhaben läuft vom 1. Mai 2025 bis zum 31. Juli 2029 und wird durch die Europäische Union im Rahmen des Programms Interreg Europe gefördert. An der THB wird CSRDatSME durch das Zentrum für Gründung und Transfer (ZGT) umgesetzt. Das ZGT bringt seine Erfahrung im Wissens- und Technologietransfer, in der Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen sowie in der Entwicklung praxisnaher Unterstützungsformate ein.
Weitere Informationen:
www.interregeurope.eu/csrdatsme
https://transfer.th-brandenburg.de/wissenstransfer
Kontakt für Rückfragen:
Technische Hochschule Brandenburg
Susann Wagner
Projektleitung CSRDatSME
Magdeburger Straße 50
14770 Brandenburg an der Havel
E-Mail: susann.wagner(at)th-brandenburg.de
Telefon: +49 3381 355-846









